Schlechte Arbeitszeugnisse im Management:
Selten, aber mit großen Folgen
(von Sabine Gläser, Expertin für die Erstellung von C-Level Arbeitszeugnissen)
Es gibt eine Vielzahl schlecht formulierter Arbeitszeugnisse auf dem Markt. Ungünstige Benotungen innerhalb eines Manager-Zeugnisses kommen nach meiner langjährigen Erfahrung jedoch äußerst selten vor. Die meisten Leistungsdokumentationen werden mit einer Durchschnittsnote zwischen 1 und 2 ausgestellt. Ein gut formuliertes, individuell erstelltes Dokument hebt sich hierbei besonders positiv ab.
Warum Unternehmen selten schlechte Noten vergeben
Dieses Vorgehen der Unternehmen ist – insbesondere bei langjährigen Mitarbeitenden – logisch: Selbst wenn man über längere Zeit mit den Leistungen einer Führungskraft unzufrieden war, wirft es kein vorteilhaftes Bild auf den Arbeitgeber selbst, wenn er eine nur „ausreichend“ qualifizierte Kraft beschäftigt. Aus meiner Praxis bei zahlreichen qualifizierten Zeugnisprüfungen weiß ich: Schlechte und unvorteilhafte Arbeitszeugnisse entstehen meist aus Unwissenheit, Nachlässigkeit oder Copy-Paste-Fehlern aus Kollegenvorlagen. Typische Mängel sind:
- Widersprüchliche Benotungen bei einzelnen Zeugniselementen
- Unprofessionelles „Downsizing“ zur vermeintlichen Glaubwürdigkeitssteigerung
- Fehlende Passgenauigkeit auf die konkrete Tätigkeit, Qualifikation und Persönlichkeit
Die Tücken älterer Zeugnisse und persönlicher Konflikte
Gängige Praxis ist, dass viele Arbeitgeber immer noch veraltete Standards und Textbausteine verwenden.
- Der Wandel der Zeugnissprache: Vor 10 oder 15 Jahren ausgestellte Zeugnisse waren deutlich kürzer, wiesen Lücken bei wichtigen Zeugniselementen auf, waren weniger informativ, weniger individuell - und in der Benotung zurückhaltender.
- Persönliche Konflikte: Früher oder später gerät fast jede Führungskraft an einen Vorgesetzten, mit dem die Chemie nicht stimmt. Manche Vorgesetzte versuchen, diese Disharmonie durch ein schlechtes Zeugnis zu dokumentieren. Obwohl dies rechtlich unzulässig ist, lässt es sich in der Praxis nur schwer nachweisen.
Mein Tipp: Haben schlechte Arbeitszeugnisse erst einmal unbemerkt den Weg in die Bewerbungsmappe gefunden, kann dies die weitere Karriere belasten. Versuchen Sie daher, Fehler frühzeitig zu erkennen und korrigieren zu lassen.
Informieren Sie sich gern auf unseren Folgeseiten sowie bei Personalentwicklungsberatung.de über weitere Aspekte rund um das Thema Karriere und Führung.
Wenn ich Sie durch eine Zeugnisprüfung oder professionelle Überarbeitung des vorliegenden Ergebnisses unterstützen darf, lassen Sie es mich bitte gern wissen.

